Mehr Frauen an der Macht

Pressebericht, Frankfurter Rundschau, 03.09.2012

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Grund zum Jubeln ist das jedoch nicht.

Die gute Nachricht ist zugleich eine schlechte: In deutschen Unternehmen werden leitende Positionen zunehmend mit Frauen besetzt - deren Anteil stieg von 22 Prozent im Jahr 2001 auf 30 Prozent im Jahr 2010. Das bedeutet jedoch auch, dass die überwiegende Mehrheit der Schaltzentralen noch immer in Männerhand sind. Für Frauen ist zudem meistens auf mittlerer Ebene Schluss mit dem Aufstieg: In den Vorständen der 200 größten Unternehmen kommen Frauen kaum vor, hier lag der Anteil Ende 2011 bei gerade mal drei Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin in seinem aktuellen Führungskräfte-Monitor.

Demnach bekommen weibliche Führungskräfte im Schnitt 21 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen, und das obwohl die Ausbildung nahezu identisch ist: 64 Prozent der Frauen verfügen über einen Hochschulabschluss, bei den Männern sind es 66 Prozent. Zwar schloss sich die Verdienstlücke damit binnen zehn Jahren um neun Prozentpunkte, doch Frauen an der Macht geht es damit nicht besser als ihren Geschlechtsgenossinnen im Glied: hier wie dort ist die "gender pay gap" bei gut 21 Prozent größer als in den meisten europäischen Nachbarländern... [lesen]

Quelle: www.fr-online.de